Theater

Theaterstück „Leas Hochzeit“

Spontan habe ich mich dazu entschieden, das Theaterstück „Leas Hochzeit“ im Schauspielhaus Bochum zu besuchen und war sehr erfreut, dass es noch Karten gab. In dem von Judith Herzberg verfassten und unter der Regie von Eric de Vroedt geführten Stück, steht die dritte Hochzeit von Lea an. Sie und ihre Eltern haben die deutsche Judenverfolgung überlebt. Als Lea noch ein Kind gewesen ist, haben ihre Eltern sie weggegeben. Das hat ihr den Holocaust erspart, jedoch auch den Verlust der Eltern bedeutet, ohne zu wissen ob sie überleben. Dies macht sie ihren Eltern heute noch zum Vorwurf. Die Erlebnisse der Judenverfolgung bilden dabei den düstere Hintergrund, welcher sich durch das gesamte Stück zieht.

Nach der Hochzeit finden die Festlichkeiten statt. Hier beginnt das Stück für den Zuschauer. Im Foyer der Räumlichkeiten, treffen die Anwesenden in unterschiedlichen Arrangements aufeinander. Neben den Eltern der Verheirateten, sind auch ehemalige Ehepartner der frisch vermählten anwesend. Die Türen öffnen sich, Personen erscheinen, halten kurze Gespräche neben Raucherpausen, dem verzehr von Snacks und Getränken oder gehen aneinander vorbei.

Die eigentliche Party wird durch Filmausschnitte über einen Beamer an eine Leinwand projiziert. Alles Weitere der Feier lässt sich lediglich durch Schatten an den Türen erahnen. Im Vordergrund stehen also kurze Szenen mit unterschiedlichen Menschen und Beziehungen, welche Gespräche führen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Erfahrungen aus der Zeit der Judenverfolgung flammen dabei immer wieder auf, was fortlaufen zu Stimmungswechseln von Komik zu Tragik und umgekehrt führt.

 

Link zur Vorstellung: http://www.schauspielhausbochum.de/spielplan/leas-hochzeit/

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